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Schmuck beim Sondeln finden

Schmuck beim SondelnSchmuck spielt auch in der Tierwelt eine rolleViele Tiere schmücken sich mit fremden Federn. Im Gegensatz zu den weiblichen Tieren, deren Aussehen meist unscheinbar ist, erstrahlen die männlichen in den buntesten Farben um die Gunst der Weibchen zu erhalten. Wieder andere z. B. die einheimische Elster, schmücken ihre Nester mit allem was irgendwie glänzt.

Auch der Mensch schmückt sich seit jeher mit allerlei Zierrat.Schmuckstück Bei der frühen Gattung des Homosapiens waren es wohl noch Halsketten aus den aneinandergereihten Zähnen der erlegten Nahrungstiere. Später schmückte man sich mit verschönertem Schildpatt,  Elfenbein, oder Perlmutt.

In der Eisenzeit, Römerzeit und Mittelalter waren Schmuck-Fibeln der übliche Kleiderverschluss und entsprachen in der Funktion unseren heutigen Sicherheitsnadeln.

Eine im 8. Jahrhundert aufkommende und bis in die 1. Hälfte des 11. Jahrhunderts beliebte Fibel-Form war die sogenannte „Kreuzemailscheibenfibel“.

Auch an der Kleidung festgenähte Haken und Ösen, waren im Mittelalter übliche Verschlüsse und wurden gegenüber den Knöpfen offenbar bevorzugt.

Kleine Zierscheiben, dünne, scheibenförmige Schmuckanhänger, welche von der frühen Bronzezeit umSchmuck Zierscheiben 800 v. Chr. bis in die Zeit der Merowinger in Mitteleuropa weit verbreitet waren, gehörten ebenfalls oft zur Kleidung.

Wieso kann man beim Sondeln heutzutage überhaupt  Schmuck auf Feld, Wald und Wiese finden?

Einer Theorie nach könnten diese Geschmeide über den früheren unbefestigten Wegen einfach verlorengegangen sein. Die „besseren Wege“ waren holprige Kopfsteinpflaster. (die besonders aus dem Römischen Reich für den Bau von Hauptstraßen bekannt sind).  Anderer verlorengegangener Schmuck könnte mit dem Kehricht unbeachtet auf den Misthaufen gelangt sein. Vielleicht wurde auch nicht mehr reparaturfähiger Zierrat kurzerhand in der Jauchegrube „versenkt“ – nach dem Motto „aus den Augen – aus dem Sinn“.

Dass all diese Schmuckfragmente mit dem Mist als Dünger früher oder später einmal auf den Feldern gelangte, darüber machte man sich wohl keine Gedanken.

Übrigens…  die Devise „aus den Augen – aus dem Sinn“ gilt (leider) auch noch in unserer heutigen ZeitEine weitere Schmuck Zierscheibe im sogenannten Anthropozän. Nur mit dem Unterschied, dass wir die Dinge nicht mehr auf den Mist werfen, sondern in alten Salzstöcken einbringen, oder im Meer versenken. Unsere Erben werden sich freuen!

In diesem Sinne – Gut Fund

Noch was, – Dem interessierten Hobbyarchäologen und Sondengänger empfehle ich das Buch „Fibeln, erkennen, bestimmen, beschreiben“ vom Bayerischen Kunstverlag.



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