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Wie verhältst du dich richtig bei einem Munitionsfund?

Es gibt ganz bestimmte Grundregeln, die jeder Schatzsucher beachten sollte. Einer dieser Regeln, die wir heute mit dir besprechen wollen sind Munitionsfunde. Wie sollte man sich in diesem Fall verhalten und was sollte man auf keinen Fall tun? Nicht immer verläuft eine Schatzsuche wie man es sich vorgestellt hat. Deswegen ist es wichtig, dass man dabei ganz genau vorgeht und auch Pläne hat wie man sich im Notfall wie zum Beispiel bei einem Munitionsfund verhalten soll.

Du solltest wissen wie du dich zu verhalten hast, wenn du auf deiner Schatzsuche auf Kriegslasten in Form von einem Munitionsfund stößt. Wenn du nicht weißt, wie du in brenzligen Situationen richtig zu reagieren hast, dann bringst du unter Umständen nicht nur dich selbst, sondern auch andere Menschen in Gefahr.

Fundmunition zu melden, hat bestimmte und verständliche Gründe. In den meisten Fällen kann man als Schatzsucher die Gefahr gar nicht richtig einordnen.

Die folgenden Gründe sprechen dafür, Munitionsfunde direkt anzumelden: 

  • Alle Kampfmittel sind in der Regel lebensgefährlich!
  • Von verschiedenen Kampfmitteln können neben einer Explosionsgefahr auch noch andere Gefahren ausgehen. Z. B. Vergiftungen bei Gasgranaten und Brandgefahr von Stabbrandbomben
  • In der Regel sind Kampfmittel die schon einige Zeit in der Erde liegen noch gefährlicher und instabiler. Teilweise ist die äußere Hülle oder der Zünder schon ziemlich verrottet, was die Kriegslast extrem instabil macht.
  • Die Größe und Form eines Kampfmittels sagt rein gar nichts über die Gefahr aus, die von ihm ausgeht! 2 cm Flak Granaten sind extrem gefährlich, da diese über einen Zeitzünder verfügten, welcher oft nicht funktioniert hat. Selbst der Kampfmittelräumdienst hat extremen Respekt vor diesen kleinen, unscheinbaren Granaten.
  • Oft sind Kampfmittel nur sehr schwer erkennbar.

Wir haben hier für ein paar Munitionsfund-Kategorien eine kleine Beschreibung zusammengestellt:

Musketenkugeln oder Bleigeschosse

Musketenkugeln auf der HandBei Musketenkugeln handelt es sich um runde Bleikugeln, welche an und für sich nicht gefährlich sind. Achte aber bitte darauf, dir nach dem “Hantieren” die Hände gründlich zu waschen. Blei ist ein giftiges Schwermetall und sollte nicht mit bloßen Händen berührt werden. Gleiches gilt für Bleigeschosse.

Patronenhülsen

Bild einer leeren PatronenhülseVon leeren Patronenhülsen geht zu 99% keinerlei Gefahr mehr aus. Diese kannst du bedenkenlos mitnehmen und beim Schrotthändler zusammen mit deinem anderen Schrott abgeben. Achte aber bitte auf eine Trennung des Materials. Soll heißen: Eisen zu Eisen, Kupfer zu Kupfer, usw..

Geschossspitzen

Geschossspitze Munitionsfund BMG Cal. 50Die Geschossspitzen kleiner Cal. 50 BMG (Browning Machine Gun) sind im Regelfall unbedenklich. Ab Cal. 50 musst du auf die Farbe der Spitze achten. Bei einer schwarzen Färbung der Spitze ist das Geschoss normalerweise unbedenklich. Alle anderen Farben wie rot, blau, usw. bergen ein Risiko! Es handelte sich damals z. B. um Brandmunition oder Leuchtspurgeschosse. Sollte die Farbe der Spitze nicht mehr erkennbar sein, musst du davon ausgehen, dass es sich um ein nicht ungefährliches Geschoss handelt.

Scharfe Patronen für Handfeuerwaffen und Maschinengewehre

Munitionsfund Scharfe PatronenSobald du bemerkst, dass es sich bei deinem Fundstück um eine noch scharfe Patrone für z. B. eine Handfeuerwaffe handelt, solltest du Diese vorsichtig in einen sicheren, verschließbaren Behälter legen und bei der nächsten Polizeidienststelle abgeben. In der Regel können diese Patronen gefahrlos transportiert werden. Wenn du ganz sicher gehen willst, rufe die Polizei.

Vorgehensweise bei einem bedenklichen Munitionsfund

Bomben, Granaten und Minen

Fundmunition ist bei einer Schatzsuche kein gewöhnlicher Fund. Trotzdem sollte man sich als Schatzsucher auf so einen Fund vorbereiten.

Wenn du bei der Schatzsuche eine vermeintlich gefährliche Kriegslast ausfindig machst, solltest du sofort die Polizei unter der 110 anrufen. Hantiere nicht diesen gefährlichen Funden. Das gilt auch, wenn du nur einen Verdacht hast. Zögern solltest du in diesem Fall auf keinen Fall. Auch wenn du Angst vor einem “Falschen Alarm” hast, solltest du trotzdem den Hörer zücken. Die Polizei hat in der Regel kein Problem damit einmal mehr anzurücken, um Leben zu retten.

Wenn du so einen Fall bei der Polizei meldest, ist es in den meisten Fällen nur eine Frage von Minuten bis sie da sind. Munitionsfund BombeExperten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst rücken an und untersuchen erstmal die Sachlage. Diese müssen erstmal herausfinden, ob sie es beispielsweise mit einer Granate, Bombe, Mine o. Ä. zu tun haben. Denn dann können sie diesen Fund viel besser und vor allem sicherer entfernen.

Wenn eine Entschärfung vor Ort nicht möglich ist muss gesprengt werden, sofern der Fund nicht gefahrlos transportiert werden kann. Das kann für dich und alle anderen in diesem Gebiet bedeuten den Gefahrenbereich verlassen zu müssen. Je nach dem wie groß der Sprengradius oder der Gefahrenbereich ist.

Über diese organisatorischen Angelegenheiten brauchst du dir jedoch keine Sorgen zu machen, wenn du die Polizei schon informiert hast. Das übernehmen alles die Experten vor Ort. Falls die Kampfmittel geborgen werden können (Was in vielen Fällen vorkommt), werden die Kriegslasten in einer speziellen Anlage untergebracht. Darum kümmert sich ebenfalls der Kampfmittelbeseitigungsdienst.

Zusammenfassende Hinweise für Munitionsfunde:
  • Beim Auffinden von Kampfmitteln, sollst du Diese auf keinen Fall berühren oder selber untersuchen. Passiert dir das doch, lege sie ganz sachte auf den Boden zurück und entferne dich weit weg vom Fund. Eine Veränderung der Fundposition durch Bewegen kann ebenfalls zu gefährlichen Erschütterungen führen. Dies solltest du unbedingt vermeiden.
  • Bei jedem Fund solltest du so schnell wie möglich die nächste Ordnungsbehörde bzw. Polizeidienststelle informieren.
  • Bitte stelle die weitere Suche auf diesem Areal ein, bis Entwarnung gegeben werden kann.
  • Es ist wichtig diesen Ort gut zu kennzeichnen, damit ihn der Kampfmittelbeseitigungsdienst gut findet und Passanten nicht in den Gefahrenbereich laufen.
  • Erschütterungen um die Fundstelle herum sollten unbedingt vermieden werden. Genau deswegen ist es wichtig, dass du das eigene Suchen nach dem Fund direkt einstellst. Wenn du andere Schatzsucher in diesem Bereich siehst, solltest du sie informieren, damit diese sich nicht ebenfalls in Gefahr begeben.
  • Sollten die Kampfmittel erst dann als Kampfmittel identifiziert werden, nachdem sie beispielsweise auf ein Fahrzeug verladen worden sind, dürfen sie auf keinen fall weitertransportiert werden. Das Fahrzeug muss unbedingt an seinem Ort und Stelle verbleiben und der Motor ist ebenfalls abzustellen! Der Standort ist durch eine Absperrung schnell zu sichern!
  • Den Anordnungen der Ordnungsbehörde bzw. Polizei sollte unbedingt Folge geleistet werden. Das gilt nicht nur für dich als Schatzsucher, sondern auch für alle anderen Menschen, die in diesem Gebiet unterwegs sind.
Fazit

Eine Fundmunition steht in der Regel nicht an der Tagesordnung bei einem Schatzsucher. Trotzdem ist es wichtig, dass man sich als Schatzsucher auf solche Situationen vorbereiten kann. Somit verfällt man dann in so einer Ausnahmesituation nicht in Panik und kann schnell und effektiv handeln. Wir hoffen, dass wir dir mit unserem Artikel einen guten Überblick verschaffen konnten und wünschen dir noch viel Spaß und Erfolg beim Sondeln.

Quellenangabe: https://polizei.brandenburg.de/seite/richtiges-verhalten-bei-fundmunition/59768