Bleihaltige Funde können gefährlich sein
Weichblei hat ein spezifisches Gewicht von 11,34 g/cm³. Wegen seines niedrigen Schmelzpunktes von 327,5 °C und seiner Weichheit war (und ist auch heute noch) Blei ein beliebtes Material zum Einfassen von Glasfensterscheiben, den sogenannten Butzenscheiben. Derartige Bleihaltige Funde findet ein Sondler allerdings kaum.

Not macht bekanntlich erfinderisch. Die Zeug- und Rüstmeister und Soldaten sind in die Dörfer eingerückt, haben die Fenster der Bauern eingeschlagen und das Blei mitgenommen, um daraus neue Kugeln herzustellen.
Der Text vom sogenannten Schwedenlied lautet wie folgt:
Die Schweden sin kumma, ham alles mitgnumma, ham d’Fenster eingschlagn, und’s Blei davon tragn, ham Kugel draus gossn und alle derschossen
Es gab allerdings fertigungstechnisch ziemlich große Toleranzen bei Läufen der Musketen und Pistolen der damaligen Zeit.

Sicher hat schon jeder Sondler mal Bleikugeln auf dem Feld gefunden. Die müssen nicht zwingend von einer kriegerischen Auseinandersetzung stammen, sondern können auch von mittelalterlichem Jagdgeschehen stammen. Bleihaltige Funde sind es aber trotzdem.
Mein Rat: Geht sorgsam mit euren Bleihaltigen Funden um. Ein kompaktes Bleistück wie eine Musketen-Kugel dürfte im Allgemeinen nicht so gefährlich sein. Da Blei allerdings relativ weich ist, lässt es sich leicht abstreifen. Diese Bleistäube und Blei-Verbindungen gelten als umweltgefährlich, können über die Haut aufgenommen zu einer akuten Bleivergiftung mit Schädigung Nervensystems und Nierenschäden führen. Man spricht hier auch von einem Kontaktgift.
Bleihaltige Wasserrohre stellten schon bei den Römern ein Problem dar. Mitunter wurde der Untergang des Römischen Reiches wegen den in dieser Zeit verwendeten Bleihaltigen Wasserrohren und den daraus resultierenden anhaltenden Bleivergiftungen der römischen Soldaten in Zusammenhang gebracht.
Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen sensibilisieren. Ich will niemanden das Sondeln vermiesen, aber ein bisschen Vorsicht kann bestimmt nicht schaden. In diesem Sinne – Gut Fund!
