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Bleihaltige Funde können gefährlich sein

Weichblei hat ein spezifisches Gewicht von 11,34 g/cm³. Wegen seines niedrigen Schmelzpunktes von 327,5 °C und seiner Weichheit war (und ist auch heute noch) Blei ein beliebtes Material zum Einfassen von Glasfensterscheiben, den sogenannten Butzenscheiben. Derartige Bleihaltige Funde findet ein Sondler allerdings kaum.

Bleihaltige Munition Musketenkugel GussformWährend des Dreißigjährigen Krieges (“teutsche Krieg”; 1618 bis 1648) wurden auf einmal sehr große Bleimengen für die Herstellung der Pistolen-, und Musketen Kugeln (der Musketiere) benötigt. Bei einer Schlacht 1632 im Fränkischen, sind den Soldaten vom schwedischen König Gustav II. Adolf, die Bleikugeln ausgegangen.

Not macht bekanntlich erfinderisch. Die Zeug- und Rüstmeister und Soldaten sind in die Dörfer eingerückt, haben die Fenster der Bauern eingeschlagen und das Blei mitgenommen, um daraus neue Kugeln herzustellen.

Der Text vom sogenannten Schwedenlied lautet wie folgt:

Die Schweden sin kumma, ham alles mitgnumma, ham d’Fenster eingschlagn, und’s Blei davon tragn, ham Kugel draus gossn und alle derschossen

Es gab allerdings fertigungstechnisch ziemlich große Toleranzen bei Läufen der Musketen und Pistolen der damaligen Zeit.

Bleihaltige Munition verschiedene ProjektileBei einer zu kleinen Kugel wurde mittels einem Pfropf aus Stoff oder Papier die Kugel „passend“ gemacht und fixiert. Eine zu große Kugel dagegen, führte beim steckenbleiben (Rohrkrepierer) in den aus Weicheisen geschmiedeten Läufen unweigerlich zur Sprengung, was fast immer in schweren Verletzungen oder gar mit dem Tod des Schützen endete. Die gängigsten Durchmesser von Pistolenkugeln gingen bis ca. 5 bis 13 mm, die von Musketen hingegen von 17 mm bis 19,5 mm.

 

Sicher hat schon jeder Sondler mal Bleikugeln auf dem Feld gefunden. Die müssen nicht zwingend von einer kriegerischen Auseinandersetzung stammen, sondern können auch von mittelalterlichem Jagdgeschehen stammen. Bleihaltige Funde sind es aber trotzdem.

Mein Rat: Geht sorgsam mit euren Bleihaltigen Funden um. Ein kompaktes Bleistück wie eine Musketen-Kugel dürfte im Allgemeinen nicht so gefährlich sein. Da Blei allerdings relativ weich ist, lässt es sich leicht abstreifen. Diese Bleistäube und Blei-Verbindungen gelten als umweltgefährlich, können über die Haut aufgenommen zu einer akuten Bleivergiftung mit Schädigung Nervensystems und Nierenschäden führen. Man spricht hier auch von einem Kontaktgift.

Bleihaltige Wasserrohre stellten schon bei den Römern ein Problem dar. Mitunter wurde der Untergang des Römischen Reiches wegen den in dieser Zeit verwendeten Bleihaltigen Wasserrohren und den daraus resultierenden anhaltenden Bleivergiftungen der römischen Soldaten in Zusammenhang gebracht.

Ich hoffe ich konnte euch ein bisschen sensibilisieren. Ich will niemanden das Sondeln vermiesen, aber ein bisschen Vorsicht kann bestimmt nicht schaden. In diesem Sinne – Gut Fund!

 



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