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Kanonenkugeln und wissenswerte Fakten

Einen spektakuläreren und aufregenderen Fund kann ein Schatzsucher kaum machen: Wer eine Kanonenkugel oder gleich mehrere Kanonenkugeln findet, hält ein Stück Geschichte in den Händen. Archäologen beschäftigen sich vorwiegend mit Geschossen aus Stein. Sondler konzentrieren sich dagegen auf Kanonenkugeln aus Metall (z.B. Eisen oder Blei), die vor allem auf ehemaligen Schlachtfeldern gefunden werden.

Kanonenkugeln: Geschichte

Ursprünglich waren Kanonenkugeln großkalibrige Steinkugeln, welche mit Schwarzpulver aus dem Rohr einer Steinbüchse abgefeuert wurden. Sie wurden jedoch auch von Katapulten geschleudert. Gegossene Eisenkugeln setzten sich im Laufe des 15. Jahrhunderts durch. Kanonenkugeln aus Stein blieben bis inKanonenkugeln die frühe Neuzeit hinein weiterhin im Gebrauch.

Im 14. Jahrhundert benutzte man vorwiegend Blei- oder Steinkugeln – und zwar deshalb, weil die Herstellung geschmiedeter Eisenkugeln technisch enorm aufwendig war. Da Steine ein geringes spezifisches Gewicht aufweisen, benötigte man zum Brechen dicker Mauern groß dimensionierte Steinkugeln. Die ersten Steinbüchsen besaßen daher ein Kaliber von bis zu 90 cm. Damit konnte ein Geschossgewicht von bis zu 450 kg erreicht werden.

Als die eisenverarbeitende Industrie über die technischen Mittel zum Gießen von Eisenkugeln verfügte, änderte sich die Situation. Die neuen Kugeln besaßen das gleiche Gewicht wie eine mehrfach größere Steinkugel. Bleikugeln und Steinkugeln wurden weiterhin hergestellt. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts wurden in der Artillerie als Geschosse nicht mehr Kugeln, sondern Langgranaten verwendet, die bis zu sechsmal schwerer waren als demselben Kaliber entsprechende Kanonenkugeln.

Kanonenkugeln: Typen

Zu den wichtigsten Kugeltypen zählen neben den oben erwähnten Langgeschossen auch die sogenannten Kettenkugeln. Diese bestanden aus zwei mit einer Kette verbundenen Eisenkugeln, teilweise auch auch zwei Halbkugeln. Nach dem Austritt aus der Mündung gingen die Kugeln auf Kettenlänge auseinander und flogen um sich selbst rotierend bis zum Aufprall. Kettenkugeln verursachten ein beinahe doppelt so großes Loch wie eine Vollkugel. Aufgrund ihres eigentümlichen Flugverhaltens war ihre Fluggeschwindigkeit jedoch geringer, sodass sie beim Aufprall weniger Energie abgaben. Kettenkugeln kamen unter anderem 1642 in der zweiten Schlacht bei Breitenfeld zum Einsatz.

Weitere wichtige Kugeltypen sind die Hohlkugel und die Brandkugel (auch Feuerkugel genannt). Letztere besteht aus einem Eisendrahtkäfig, welcher mit Salpeter, Schwefel und anderen Materialien gefüllt und anschließend mit Stoff überzogen wurde. Hohlkugeln enthielten eine Sprengladung und wurden auch als Bomben oder Granaten bezeichnet. Ab ca. 1650 besaßen Hohlkugeln (Granaten) am Boden eine dickere Wandstärke. Damit war man in der Lage, das Geschoss besser in ein festes Zielobjekt eindringen zu lassen.

 



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